Ausstellungsjahr

2020

Kategorie

New Talent

Land

Deutschland

Hochschule

Hochschule Mannheim

Lehrende

Prof. Christian Schäfer

»Dieses App-Konzept überzeugte die Jury durch sein klares User Interface Design und eine fundierte Erforschung der Nutzerperspektive. Die App verknüpft die Bereiche Organisation, Kommunikation und Dokumentation auf sehr effiziente Weise. Dadurch werden die komplexen Tagesabläufe und Behandlungsprozesse von Hausärzten erheblich vereinfacht. Insgesamt vermittelt das Konzept den Eindruck, dass Ärzte und Ärztinnen eine solche App gerne einsetzen würden.«

Pelin Celik

Drei Fragen an das Projekt-Team

Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Die besondere Herausforderung war, die Bedürfnisse der Ärzte mit denen der Arztrufzentrale zusammen zu bringen. Es sollte eine App entstehen, die sich primär an Ärzte richtet, jedoch gleichzeitig in die bestehenden Systeme der Arztrufzentrale eingebunden werden kann. Die Zentrale hat keine Vorstellung davon, wie der Prozess aus Ärztesicht abläuft und die Ärzte wissen nicht, was genau in der Zentrale passiert. Diese Lücken mussten von mir als UX Designerin überbrückt werden, da zwischen den beiden Parteien kein ausreichender Informationsaustausch stattgefunden hat.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!-Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Mein persönlicher Höhepunkt war der Besuch in der Arztrufzentrale Duisburg. Mit Call-Agents aus verschiedenen Abteilungen konnte ich Shadowings durchführen und mir so einen detaillierten Überblick über die Abläufe und die Organisation des Notdienstes aus der Perspektive der Zentrale verschaffen. Im Austausch mit dem Operations Manager und dem IT-Assistenten kristallisierte sich heraus, dass der Schwerpunkt der App sich verlagern sollte. Die Zielgruppe wurde präzisiert, denn die Anwendung sollte sich nun ausschließlich an Ärzte wenden. Dies legte den Fokus neu und ich konnte detaillierter auf die Pains und Needs der Ärzte eingehen.

Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Da das Projekt aus eigener Initiative entstand, gilt es, die App bei der Arztrufzentrale sowie bei den beiden kassenärztlichen Vereinigungen in NRW zu bewerben. Auch wenn der Gesundheitssektor aufgrund der aktuellen Situation überlastet ist, bin ich mit dieser App bereits auf großes Interesse bei verschiedenen Ärzten und der Arztrufzentrale gestoßen. Daher bin ich überzeugt, dass die Anwendung entwickelt und allen Ärzten in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt wird. Die gesamte Dokumentation, Organisation und Kommunikation während des Notdienstes für Hausärzte könnte bald ausschließlich über die DokDoc App laufen.