Design

f209 GmbH | Sascha Wahlbrink, Florian Jörgensen

Ausstellungsjahr

2020

Kategorie

Product

Land

Deutschland

Drei Fragen an das Projekt-Team

1. Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Eine moderne Produktionsanlage ist so komplex, dass sie vom durchschnittlichen Fabrikarbeiter nicht mehr überblickt werden kann. Die ausgereiften Algorithmen sind dazu zwar in der Lage, jedoch sind sie ihrerseits so komplex, dass sie von der Belegschaft nicht mehr interpretiert werden können. Darunter leidet auch das Vertrauen des Fabrikpersonals in die Algorithmen. Die Herausforderung bestand demnach darin, die Informationen in der App so aufzubereiten, dass sie die Fabrikarbeiter unterstützen, ohne sie zu überfordern und auf lange Sicht das Vertrauen in den digitalen Helfer aufzubauen.

2. Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!- Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Unser Höhepunkt war während eines User Interviews: Der Entwicklungschef eines großen Produktionsanlagenbauers war begeistert vom UX der Anwendung. Er hätte sich nie vorstellen können, dass eine derart komplexe Software so einfach zu handhaben sein kann. Unser persönlicher Aha! Moment war während des Shadowings von ausgewählten Fabrikarbeitern in der Produktionsanlage eines Entwicklungspartners. Die ständige Reizüberflutung und Überforderung des Bedienpersonals, konnten wir erst so richtig verstehen, als wir die Situation selbst in der Fabrikhalle erlebt haben. Der Tiefpunkt war, als es in Teilen der Projektphase keine adäquate Front-End-Entwicklung gab, worunter die Qualität der User Experience litt.

3. Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Wir haben in Kooperation mit plus10 und dem Fraunhofer Institut einen Antrag auf Förderung eines Forschungsprojektes gestellt, welches sich konkret mit der Erklärbarkeit von Künstlicher Intelligenz befassen soll. Ziel ist es, die bisher im Projekt gewonnenen Erkenntnisse auf die neuesten, noch komplexere Deep-Learning Algorithmen anzupassen und einen generalistischen Erklärungsansatz zu finden. Dieser soll dann wiederum in der Weiterentwicklung des Produkts angewendet werden. Dabei sehen wir das Produkt als Motor, um die Akzeptanz für KI, insbesondere in der Produktion und aber auch generell in der Gesamtbevölkerung, zu erhöhen.