UX Design Awards 2022 ➜ Jetzt registrieren!Teilnahmeinformationen

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Design

Anna Maria Puchalska, Oliver Weglinski, Soh Heum Hwang

Jahr

2021

Kategorie

New Talent

Land

Schweden

Hochschule

Umeå Institute of Design

Lehrende

Christoffel Kuenen

Drei Fragen an das Projekt-Team

Wo lag unter UX-Gesichtspunkten die besondere Herausforderung des Projekts?
Aus UX-Sicht war es unsere Herausforderung, unsere Nutzer zu verstehen. Wir mussten uns in die Lage von Alzheimer-Patienten versetzen. Nicht nur, dass es ethische Grenzen überschritt, sie direkt zu interviewen, sondern es war auch schwierig, mit ihren Angehörigen zu sprechen, da wir eine Menge sensibler Geschichten aus ihrem Leben ansprechen mussten, die sie nicht teilen wollten. Daher war die Kontaktaufnahme mit Ergo-Therapeuten, die sich um Alzheimer-Patienten kümmern, unsere alternative Option. Sie waren in der Lage, Geschichten von Alzheimer-Patienten zu erzählen und darüber, wie geliebte Menschen neben ihnen die Krankheit erleben.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess? Gab es einen Aha!-Moment, gab es einen Tiefpunkt?
Universelles Design kommt von marginalisierten Nutzern. Obwohl wir nicht von vornherein darauf abzielten, etwas für alle Nutzer zu entwerfen, haben wir am Ende einen Dienst entwickelt, den jeder nutzen kann, der von seinen Angehörigen physisch getrennt ist. Indem wir mit marginalisierten Nutzern begannen und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellten, konnten wir es auf alle anderen ausweiten, anstatt den umgekehrten Weg zu gehen. Man könnte meinen, dass die Eigenschaften und Bedürfnisse der Nutzer so vielfältig sind, dass wir nicht alle gleichzeitig befriedigen können, aber unser Aha!-Moment hat bewiesen, dass es möglich ist, wenn wir von den speziellen Bedürfnissen ausgehen.

Wo sehen Sie sich und das Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Da der Lockdown in letzter Zeit zu einer "neuen Normalität" in unserem Leben geworden ist, sehen wir Seam als Ausgangspunkt für die Entwicklung dynamischerer Fernkommunikationsmethoden. Während unseres Projekts entdeckten wir, wie Fernkommunikation unser Bedürfnis nach direktem physischem Kontakt nicht vollständig befriedigen kann. Indem wir jedoch verschiedene Kommunikationsmethoden erforschten, untersuchten wir, wie Kommunikationsmethoden die Leere des physischen Kontakts füllen können, und es ist die Aufgabe von Designern, die Bedürfnisse noch mehr zu erfüllen. Wir hoffen, dass Seam diese Erforschung beginnen kann und in fünf Jahren den Platz als Standard-Kommunikationsmittel in unserem Leben einnimmt.